Letzte Stunde vor den Ferien

Es ist ein weites Feld.

Für ein weiteres Neo Magazin Royale Special wurde der öffentlich-rechtliche Bildungsauftrag so richtig ernst genommen. In dieser Fiction-Produktion für ZDF/ZDFneo gibt es in 45 Minuten Film durchaus ungeschönte aber realistische Interpretationen der Klassiker von Fontane oder auch Goethe aus heutiger Sicht dargeboten. Es wurde tief in der Kostüm- und Special-Effects-Kiste gewühlt und das Who ist Who der Deutschen Schauspielwelt gibt sich im Sekundentakt die Klinke in die Hand.

 

Effie Briest

Man glaubt die schlimmste Liebestragödie ereignete sich im Oktober 2016 mit der Bekanntgabe der Trennung von Sarah und Pietro Lombardi und dem anschließenden Kampf darum, wer denn jetzt die Schlampe und wer der normale Mensch ist? Im Jahr 1896 vollzog sich eine ähnlich schlimme, nur ein wenig langweiligere Lovestory zwischen der jungfräulichen Effi und dem schmuddeligen Lustbaron Geert von Innstetten. Die Schlampe war selbstverständlich damals schon die Frau.

 

Faust

Faust – könnte der Titel eines neumodischen Boxfilms sein, in dem Rapper ihren Beef austragen, spielt aber im Jahr 1800 und ist ein Werk von diesem Fukju Goethe, in dem ein alter, narzisstischer Akademiker in der Midlife-Crisis mit Hilfe des Teufels ein heißes, junges Girl klarmacht. Ein bisschen wie Lugner. Für die nötige Sweetness in der Story sorgt aber nicht Mausi, Hasi, Katzi, Bambi oder Spatzi, sondern ein Pudel. Seems legit.

 

Die Physiker

Der Klassiker von Dürrenmatt soll angeblich eine Komödie sein: Ein Dreiergespann durchgeknallter Männer mit Persönlichkeitsstörungen (quasi Trump, Putin und Kim Jong-un, nur halt in den 60ern) bringen nacheinander ihre Krankenschwestern in der Irrenanstalt um. Die Polizei ermittelt. Klingt nicht besonders witzig, war es auch nicht. Bis jetzt.

 

Die Verwandlung

Anspruchsvolles Entertainment auf RTL2-Niveau aus dem Jahre 1912, written by Franz Kafka. Ein Familiendrama mit lustigen Asis, inklusive einer kleinen Prise Liebe, Schabenbefall und häuslicher Gewalt – hätten die Autoren von Frauentausch nicht besser hinbekommen.

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